I’m a migrant

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“Integration is a two-way street. It’s not so much about cultures though, more about people, about being kind and not to judge them.”

Rama from Syria and Elke from Germany have been housemates for a year. They both live in the Sharehaus Refugio in Berlin. Elke and her husband started the project where Locals and Newcomers live and work together.

Elke: “I remember Rama, when I first saw you. You were visiting your brother, and I saw you in the hallway. I just thought to myself: ‘Who is this sad little woman?’”.

Rama: “Yeah, at that time I was so afraid of everything, I had fled from Syria, and then even had to leave a few other countries I lived in, because I didn’t have a visa. And when I finally arrived in Germany, I was in a refugee shelter in the countryside, where I was the only woman. Somebody tried to enter my room at night, and I was just in a bad situation, I was scared of everything then.”

Elke: “But then you decided to move to live with us, and I at first did not even recognise you.”

Rama: “Yes, I felt better, less scared, and my brother is also here – he’s the only family I have around me. My whole family fled Syria, after we had been arrested for our political views. Now my sisters live in different countries, and my parents went back to Syria – we hope they are now old enough not to be arrested anymore. So, now here it’s my brother and people like Elke and others, who are my new family.”

Elke: “Here in the Sharehaus we are trying to live together as a community, but also to give newcomers the opportunity to start a new life, to make the connections and build networks for life.”

Rama: “I need that support. Our country has been at war for nearly six years now, and when you have to leave, you leave behind your elders, the wise people. Now I have Elke and her husband, they support me so much.”

Elke: “And I feel grateful and honoured that Rama comes to me when she wants to speak about her problems or just to share her thoughts. Rama’s story and how she has changed – that enriches me! Also, I learn about her culture a lot and at the same time about me and German culture: I now think differently about some things. For example in the German culture there is this idea that we do everything right. That we just know better. I had to think about that and reflect. Also in comparison to the Syrians, we can really work on our hospitality.”

Rama: “What we do here, is integration. We both are overcoming prejudices, we learn about each other. It’s not so much about cultures though, more about people, about being kind and not to judge them.”

Elke: “But also Rama and I, we discovered we already had a lot in common. We both believe in God, we believe in that universal love. We also share some values like commitment to other people and relationships.”

Rama: “Yes, we both believe in God and God is love, no matter, how you call him. Superficial things shouldn’t matter. And I think we have the same kind of soul (laughs). I think Elke is pure.”

Elke: “And I like the way Rama thinks. You are so bright and open and share so much!”

Rama and Elke were strangers a year ago. They are now friends. To learn more about the Sharehaus Refugio and its aims go to: https://sharehaus.net/

This is a story by Christine Strotmann,

https://iamamigrant.org/stories/germany/elke-and-rama

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Was uns bewegt

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Esra

Ich habe hier im Refugio gelernt, wie man tief leben kann. Das bedeutet für mich, wie man alle akzeptieren kann. Wir haben auf dieser Welt genug Platz. Wir sollen keine Angst vor anderen haben und vor uns selbst auch nicht. Teil deine Liebe mit allen. Mach die Revolution mit dir.

Flucht heißt nicht nur von einem Ort an einem anderen Ort zu landen. Die schwierigste Flucht ist, vor seinem Herzen zu fliehen. Wir alle, mit unseren eigenen Geschichten, sind auf irgendeine Weise Flüchtlinge. Deshalb sollten wir nicht “Herzlich willkommen Flüchtlinge!” sagen, sondern “Herzlich willkommen in meinem Leben!” weil wir auf der selben Erde leben, und jeder hat ein anderes Herz mit andern Geschichten.

Wir sind alle ein Teil vom Vater und ein Teil der Geschichte vom Sohn. Wir müssen nicht sagen, woran wir glauben oder womit wir leben. Wir müssen nur leben, woran wir glauben. Das ist das Wasser für unseren Garten. Damit zeigen wir, dass wir Harmonie haben.

 

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Tilman

I dream of a world in which everyone is seen as equal, independent from his or her race, sex, religion (or non-religion) – a world that is build of living together. And I dream of an economy that focusses on people and not only on material assets and revenues. I love the idea of working in a “social-capitalistic” way, that means connecting economical thinking with social ideas.

Having the feeling of „flow”; creating things together with other people; working with a great team; overcoming borders; being in a good connection to oneself.

Having a good time and open discussions with interesting people; learning more about other cultures; travelling; sailing; feeling the wind, the sea and the sun; standing on high mountains and on the coastline seeing the wide world; music; and, well, sports…

 

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Sven

Seitdem ich Kind bin, träume ich vom Fliegen. Manchmal dachte ich, ich schwebe, im Traum konnnte ich mit den Armen rudern und stieg in den Himmel. Heute noch will ich die Schwerkraft überwinden, die Macht einer gebrochenen Welt, die uns oft kleinhält. Ich glaube jeder Mensch ist göttlich und geliebt, hat Talent, Verantwortung für sich und verdient eine liebevolle Gemeinschaft. Ich habe lange gebraucht, das für mich selbst herauszufinden und doch denke ich jeder Mensch spürt das im Herzen. Darum haben Elke und ich das Sharehaus gestartet. Wir sind kostbar, königlich! Und mit schiefen Kronen humpeln wir durch diese verrückte Welt. Kein Tag sollte vergehen, an dem wir nicht gemeinsam darüber lachen, einander umarmen, über die Schönheit der Welt staunen und still sind vor Gott.

Interviews: Juule Klier
Fotos: Tereza Mundilová
das sharehouse refugio ist ein einzigartiges projekt für flüchtlinge und kreative
Waael und Esra arbeiten und leben auch im Sharehaus

Mitten in Neukölln befindet sich das Sharehaus Refugio, das vom Schriftstellerehepaar Sven Lager und Elke Naters gegründet wurde und ein Wohnort der besonderen Art ist. Kreative und Ausreißer wohnen hier neben geflüchteten Jugendlichen und Familien. Jeder der Bewohner muss etwas zur Community im Haus betragen. Neben gemeinsamem Kochen oder Workshops jeglicher Art, arbeiten manche im hauseigenen Café oder helfen bei den Renovierungsarbeiten. Wichtig ist das Miteinander. „Auf fünf Etagen leben über 60 Menschen, die ihre Heimat verloren haben oder verlassen mussten, oder die nach neuem Leben, Sinn, neuen Gemeinschaften und einer gerechteren Gesellschaft suchen. Sie kommen aus Syrien, Somalia, Afghanistan, der Türkei, Deutschland, Schweden, Türkei, Palästina, England, Kroatien und Bosnien”, heißt es auf der Facebook-Seite des Projekts. Man teilt Geschichten und lernt vom Wissen und den Erfahrung der anderen, wobei die Lebensfreude nie zu kurz kommt. Bald feiert das Refugio seinen ersten Jahrestag. Grund genug für uns einige Mitarbeiter und Bewohner zu fragen, was dieses Projekt so einzigartig macht und warum sie hier sind.

Lena, 16
Wer bist du und woher kommst du? Was ist deine Geschichte?
Ich bin Lena und komme aus Berlin. Meine Geschichte, die ich mit dem Refugio erlebt habe, ist irgendwie sehr witzig. Ich war fertig mit der Schule und habe das Abitur angefangen, das war in einem Oberstufenzentrum für Gesundheit und Medizin. Alle wollten irgendwas mit Medizin machen. Ich war die einzige, die Kunst studieren und Bücher schreiben wollte. Ich habe da nicht wirklich da rein gepasst. Nach drei Wochen habe ich mir gesagt: ,,So, Lena, du machst jetzt was, was du schon immer machen wolltest.” Also habe ich nach einem Café gesucht.

Seit wann bist du im Refugio und warum bist du hier?
Eigentlich sollte das ein Praktikum für drei Monate sein, aber ich bin einfach nicht mehr weggekommen, weil ich es so cool fand. Anfang Oktober hab ich angefangen zu arbeiten und Ende November bin ich eingezogen.

Was ist das Beste am Refugio und wieso?
Das Beste am Refugio sind die schönen Abende auf dem Dach und das tolle Café-Team. Ich habe auf jeden Fall gelernt, Sachen besser zu organisieren, und auch allgemein mehr über den Umgang mit Menschen gelernt.

Was hast du hier schon lernen können? Hat sich etwas verändert, seit du hier bist?
Ich bin viel offener geworden und habe gelernt, so zu sein, wie ich bin.

Wo fühlst du dich zu Hause? Was ist für dich am wichtigsten, um dich zu Hause zu fühlen?
Ich fühle mich dann zu Hause, wenn ich so sein kann, wie ich bin und dabei akzeptiert werde. Wenn ich merke, dass ich von positiven Menschen umgeben bin.

Was wünschst du dir für die Zukunft? Und was tust du, um diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen?
Ich wünsche mir für meine Zukunft, dass ich mit dem, was ich mache, glücklich bin und dass ich andere Menschen mit dem, was ich mache, bereichern kann. Ich möchte irgendwann Kunst studieren, mein eigenes kleines Café aufmachen und Kunst mit dem Café verbinden. Natürlich will ich auch reisen. Ich bin dabei, Erfahrungen zu sammeln. Ich beobachte viel und lerne daraus. Ich glaube einfach, dass, wenn man etwas wirklich will, dass man es auch schaffen kann.

Annamaria Olsson

Wer bist du und woher kommst du? Was ist deine Geschichte?
Ich bin Annamaria Olsson und ich bin die Gründerin von GSBTB. Das ganze Projekt startete mit einem spontanen Facebook-Post 2012. Ich war da gerade von Schweden nach Berlin gezogen und habe angefangen, zu studieren und als Journalistin zu arbeiten. Da ich neu in Deutschland und Berlin war, habe ich angefangen, viel über Integration nachzudenken, und darüber, wie verschiedene Städte und Gemeinschaften funktionieren. Wie sie es tun könnten und sollten. Meine eigene Erfahrung, die wachsende Xenophobie in Europa und auch ein paar Lösungen, die sich modern, positiv und lösungsorientiert angefühlt haben, haben mich auf die Idee gebracht, das auf Facebook anzusprechen und neue Leute zum Mitmachen aufzurufen.

Dieser Facebook-Post hat sich verselbstständigt und es sind Sachen daraus entstanden, die ich mir niemals hätte vorstellen können. Daraus ist ein ganzes Projekt entstanden, das sich rapide entwickelt, natürlich mit sehr viel Arbeit und Herausforderungen verbunden. GSBTB vereint viele kluge Köpfe und ist relativ schnell zu einer großen Community geworden—sowohl online wie offline—, mit Hunderten von talentierten Freiwilligen, mit über 60 sozialen Projekten in der ganzen Stadt. Schon relativ bald wurde das Projekt zum größten Teil meines Lebens. Drei Jahre später und wir das Projekt ist so groß, das sogar von der UN und BMW anerkannt worden ist. Das Leben ist manchmal eben schon mysteriös.

Seit wann bist du im Refugio und warum bist du hier?
Seit 2015 befindet sich das Büro von GSBTB hier im Refugio und ich organisiere ein paar von den Projekten hier, wie das Open Art Shelter, das Sprachcafé mit dem Refugio, den Englischunterricht, die offene Musikschule und vieles mehr.

Was ist das Beste am Refugio und wieso?
Die Synergien, die hier entstehen, weil so viele liebe, offene und sozialinvolvierte Menschen auf einem Haufen sind!

Was hast du hier schon lernen können? Hat sich etwas verändert, seit du hier bist?
Wir haben hier einen Ort für unsere große Community, die aus ungefähr 100 Freiwilligen besteht. Dadurch haben wir mehr Platz für Ideen und ihre Entwicklung.

Wo fühlst du dich zu Hause? Und was ist für dich am wichtigsten, um dich zu Hause zu fühlen?
Wenn ich schreibe und mich auch als Teil davon fühle. Oder wenn ich reise und neue Sachen lerne.

Was hat sich verändert, seit du in Deutschland bist?
Ich fühle mich, als wäre ich ein Teil des Kontinents und von Europa, wo Sachen auch tatsächlich passieren. Schweden fühlt sich oft ein bisschen weit weg an …

Was wünschst du dir für die Zukunft? Und was tust du, um diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen?
GSBTB nachhaltig zu machen und noch mehr tolle Orte für Begegnungen schaffen, die wir mit unserer Arbeit ermöglichen. Und bald mein zweites Buch zu veröffentlichen!

Ricarda

Wer bist du und woher kommst du? Was ist deine Geschichte?
Mein Name ist Ricarda. Ich komme eigentlich aus Deutschland, aber seitdem ich 16 bin, reise ich immer wieder für längere Zeit um die Welt, jetzt bin ich aber erst mal wieder hier. Ursprünglich habe ich Mode studiert und hatte da auch einen richtig guten Job, aber dann war ich für drei Wochen in Tibet. Dort habe ich viel mit tibetischen Flüchtlingen gearbeitet und English unterrichtet. Das führte mich dann irgendwie zu Refugio.

Seit wann bist du im Refugio und warum bist du hier?
Ich arbeite seit Mai bei Give Something Back To Berlin. Nach den Erfahrungen in Indien stand für mich fest, dass ich hier in Berlin auch mit anpacken musste. Hier bin ich die Ansprechpartnerin für die Projekte, in denen es ums Essen geht. Ob das unsere wöchentliche Kochgruppe fürs Community Building ist oder ob es um Streetfood-Märkte, wie zum Beispiel in der neue Markthalle Neun oder beim Bite Club, geht.

Was hast du hier schon lernen können? Hat sich etwas verändert, seit dem du hier bist?
Das Refugio ist irgendwie zu meinem zweiten Zuhause geworden. So wohl hab ich mich noch nie an einer Arbeitsstelle gefühlt. Alle Menschen, denen man hier begegnet, sind total freundlich und nehmen sich Zeit für einander. Ob das im Café ist oder auf der Dachterrasse.

Was ist das Beste am Refugio und wieso?
Gelernt hab ich ganz viel über das Miteinander. Wie einfach es manchmal sein kann, eine Situation für alle Beteiligten besser zu machen. Was es bedeutet, wenn man sich für andere einsetzt. Und wie man respektvoll miteinander umgeht. Ich bin wirklich dankbar, so viel Zeit mit all den positiven Menschen zu verbringen und ich bin überzeugt, dass da in der nächsten Zeit noch viel passieren wird.

Wo fühlst du dich zu Hause? Was ist für dich am wichtigsten, um dich zu Hause zu fühlen?
Zuhause ist für mich ein relativ flexibles Konzept. Ich habe schon an vielen Orten gelebt und mich immer wieder dort zu Hause gefühlt. Das hat vor allem mit den Menschen dort zu tun. Wenn mir die richtigen Menschen begegnen, dann kann ich mich in kürzester Zeit an sehr fremden Orten so wohl fühlen, als ob ich dort schon immer gewesen wäre. Das ist mir immer wieder passiert. Manchmal ist das auch nur ein Gefühl, dass sich dann später bestätigt. Das war in Nepal so. Ich war das erste Mal nur zur Durchreise dort und wusste, dass ich irgendwann mal mehr Zeit hier verbringen würde. Ich hatte direkt das Gefühl, hier zu Hause sein zu können.

Was wünschst du dir für die Zukunft? Und was tust du, um diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen?
Das klingt zwar vielleicht abgedroschen, aber für die Zukunft wüsche ich mir, dass Menschen noch mehr mit Respekt und Mitgefühl miteinander umgehen. Eigentlich ist das ja so einfach, aber leider fällt den Menschen das immer wieder richtig schwer. Ich denke, das Beste, das ich in dieser Situation machen kann, ist, weiter daran zu arbeiten und anderen zu erklären, warum wir das so machen, wie wir das machen.

Was wünschst du dir für die Zukunft? Und was tust du, um diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen?
Ich würde natürlich irgendwann gerne wieder weg. Aber das wird schon noch passieren, wenn die Zeit reif ist.

Max Hoßfeld

Wer bist du und woher kommst du? Was ist deine Geschichte?
Geboren bin ich in Leipzig, aufgewachsen in Stuttgart. Im Alter von zwölf oder fünfzehn Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Tansania gezogen und habe dort eine internationale Schule besucht. Nach dem Abi hat es mich für ein Jahr nach Jerusalem verschlagen, wo ich in einem Sterbehospiz mit israelisch-palästinensischer Belegschaft meinen Zivildienst abgeleistet habe. Durch diesen Aufenthalt wollte ich Politikwissenschaft und Arabistik studieren, was ich in Jena dann auch getan habe. Seitdem hat es mich immer wieder in verschiedene Länder des Nahen Ostens gezogen—längere Stationen hatte ich im Libanon, in Jordanien und in der Türkei.

Seit wann bist du im Refugio und warum bist du hier?
Ich habe im März angefangen, für Give Something Back to Berlin (GSBTB) hier im Sharehouse Refugio zu arbeiten, direkt im Anschluss an mein Auslandsjahr in der Türkei. GSBTB ist eine migrantische Selbstorganisation, die Neu- und Wahlberliner in ehrenamtliche Projekte vermittelt, und auch selbst einige Projekte, wie zum Beispiel die für alle offene und kostenfreie Musikschule, unterhält. Der Gedanke hinter GSBTB ist, dass es jeder, der oder die in eine neue Stadt kommt, aufgrund eventuell mangelnder Sprach-, Orts- und Kulturkenntnisse zunächst schwer hat, Angebote am neuen Wohnort zu finden und die Tendenz dazu besteht, dass man in den eigenen Kreisen hängenbleibt, anstatt wirklich in das Leben vor Ort einzutauchen. Viele, die mal Erasmus gemacht oder Zeit im Ausland verbracht haben, können ein Lied davon singen. Ich habe diese Erfahrung auch schon nur zu oft selbst gemacht. GSBTB erleichtert den Einstieg und verbindet Neuberliner mit Seiten der Stadt, die sie sonst nicht kennenlernen würden.

Was ist das Beste am Refugio und wieso?
Vielleicht liegt das auf der Hand, aber für mich sind die Begegnungen, die man hier macht, das Beste am Refugio. Auch wenn ich schon ein bisschen herumgekommen bin—einen Ort, an dem man in so entspanntem Kontext so viele unterschiedliche Menschen und ihre Geschichten kennenlernen kann, habe ich selten gesehen.

Was hast du hier schon lernen können? Hat sich etwas verändert, seit du hier bist?
Das Sharehouse verändert sich ständig! Vor allem, was die Einrichtung angeht. Seit ich angefangen habe, ist zum Beispiel die neue professionelle Catering-Küche eingerichtet worden. Im Keller wurde ein Bandproberaum gebaut, das Dach ist jetzt Teil des Cafébetriebs geworden und viele zusätzliche, kleine, liebevolle Details haben die ohnehin warme Atmosphäre bereichert. Was ich davon lernen konnte, ist, wie schwierig es sein kann, in einer großen und sehr vielseitigen Gemeinschaft Entscheidungen zu treffen und umzusetzen und dabei die Bedürfnisse aller Beteiligten zu berücksichtigen. In dieser Hinsicht funktioniert sicher nicht alles immer völlig reibungslos, aber es ist ein unglaublich wichtiger Lernprozess.

Wo fühlst du dich zu Hause? Was ist für dich am wichtigsten, um dich zu Hause zu fühlen?
Ich habe nie viel Zeit am selben Ort verbracht, eine richtige Heimat habe ich nicht. Ich fühle mich wohl, wo immer ich von netten Menschen umgeben bin ,und das Gefühl habe, dass ich zu diesem Umfeld etwas beitragen kann. Das ist hier im Sharehouse definitiv der Fall. Nicht zuletzt deshalb fühle ich mich gerade in Berlin sehr zu Hause!

Was wünschst du dir für die Zukunft? Und was tust du, um diese Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass es uns allen in Berlin, Deutschland und Europa gelingt, die weitere Polarisierung der Gesellschaft zu verhindern und vielleicht sogar umzukehren. Nur wenn wir aufstrebenden rechten Gedanken und politischen Bewegungen mit guten Argumenten, Zusammenarbeit und Liebe entgegentreten, können wir die Gewalt und den Hass verhindern, die von AfD und Co. gesät werden. Das ist eine Aufgabe, an der jeder Einzelne mitwirken kann. Ein kleiner Beitrag dazu ist meine Arbeit bei Give Something Back to Berlin hier im Sharehouse Refugio.

Reich sein

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Balbine, 22

Gemeinschaft gibt mir Kraft, entspannt mich. Mich erfüllt es Menschen kennenzulernen, von ihrer Geschichte zu erfahren, helfen zu können, wo es gebraucht wird. Mich erfüllt auch die Anwesenheit von Kindern, Natur, Tiere, Wasser, Weite, Himmel , Schöpfung, mein Glaube.

Ich merke wie Gott in Gemeinschaft agiert, die Gegenwart unter Menschen, da sehe ich Gott, in den Anderen. Echte Gemeinschaft ist mir so wichtig weil ich darin so sein kann wie ich bin.

Ich möchte eine immer tiefer werdende Beziehung zu meinem Gott. Das ist das, was mich eigentlich antreibt und mir ermöglicht, das zu tun, was ich tue. Diese Sehnsucht nach mehr befähigt mich in erster Linie. Und ich möchte das weitergeben können, was ich im Leben an Zuneigung, Unterstützung und Liebe erfahren habe.

Rooftop und höher!

Im Refugio mit Herz und Seele dabei.

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Lena Krauthäuser

Refugio Barista
Drink of choice: Cold Brew
‘I’ve always wanted to work in a café and Refugio has given me this opportunity. And why not, we should always follow what we love to do. In these past three- four months I’ve learnt more than I ever had through the school system. Now I am able to work on something that I am passionate about. A café is more than a place to sit and drink; it is a bubble from the outside reality. It is a sanctuary to enjoy and relax, share ideas and drink good coffee. We are striving towards making Refugio the perfect bubble here in Neukölln.

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Bashar Albdewi
Cook/Part-Time Barista
Bashar has been with the team from the very beginning and is an integral piece in the Refugio team. Each week he cooks and provides fresh, delicious and organic soups for customers to enjoy.
‘I arrived in the Sharehaus last July before Refugio Café was open for trade. It has been interesting to watch the space grow with every passing month. The beautiful thing about Refugio is that at its core it is essentially about sharing and contributing in whatever way we can. I guess it was natural for me then to extend my passion for cooking into the café, which has allowed me to provide fresh and organic soups for the customers. I enjoy being able to share my traditional Syrian recipes and culture all through a hearty bowl of soup. Though at the end of the day it is more than just cooking, it is about working alongside a great team of people. I’ve learned a lot through this opportunity, everything from the management of a small business to working alongside people of different nationalities and background. It has been an adventure. But keep your eyes open for this space, we are hoping to introduce a brunch menu in the near future!’

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Hélène Elisa
Refugio Barista & Gastronomy expert
Drink of Choice: Soya Cappuccino
“Refugio is an entirely new and exciting venture, and something I am proud to be a part of. It is a new experience for all of us involved and we each have the opportunity to bring something special to the table. Working alongside volunteers from different cultures and countries is something I love. We each have such varied and diverse skill sets that we contribute to the café. I am passionate about gastronomy. I am working with the team to ensure all our food is fair-trade, bio and vegan friendly. After all this fits in with Refugio’s conscious message.”

 

 

when I wake up

Thanks to Nico Hudak for this collaboration with us at the Refugio

wonderful machine Hi, I am @nicohudak, posting from the Sharehouse Refugio, a unique project that provides shelter for #refugees in #Berlin#Germany. More than a million #migrantsarrived in Germany last year, around 80.000 of them are in Berlin. Most refugees here are from #Syria – fleeing #war and persecution. This series profiles members of the community at the Refugio. I asked all of them to complete the sentence: “When I wake up…” –

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Ajmal, 20, from Ghazni, Afghanistan met Cathrin, 23, from England at one of the first refugee camps he stayed at where she was a volunteer. “It feels like being here at this point in time has woken us up to a lot of things. It has changed who we are. What matters most in life is that we help each other and give what we can give. The two of us grew up thousands of miles apart under completely different circumstances.

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Fatuma, 26, #Somalia: “Sometimes I don’t want to wake up. I have to force myself to keep moving, otherwise, there would be no difference between the soil and me. I envision a united world where everybody is cared for equally. Believing that it can come true allows me to wake up in the morning.”

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Mahamud, 24, Elbur, #Somalia: “Every morning I wake up at four so I can get to my job driving a forklift on time. I think of my mother who – when I was a child – would gently wake me with a touch of her hand and whisper: ‘It’s time for morning prayer’. Then I had family all around me, now I have no one.”

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Malakeh, 30, and Mohammed, 34, from #Damascus, Syria: “When we wake up we dream that we actually wake up in our real bed at home. We imagine that we have a life again. Maybe some day…!”

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Eyad, 28, from #Homs, Syria: “When I wake up, I check my mobile phone for what is happening in Syria. Most mornings I get bad news. I hope one day I will wake up, look at my phone and think: Oh my God, the war is over!”

Storytelling

REFUGIO storytelling 2016

 

Hier erzählen Menschen rund ums Refugio ihre Geschichte, die Geschichte schreibt, die bewegt, inspiriert, Leben bringt, als Video, Blog, Theaterstück, Kunstwerk, wie jeder will.

Here people around the Refugio will tell their stories that write history, stories that move, inspire, bring life, as video, blogs, theater play, art piece, as they wish.